Energiekosten
Strom- und Gaskosten monatlich erfassen, PV-Eigenverbrauch und Autarkiegrad automatisch berechnen lassen und die Solar-Amortisation verfolgen.
Aufbau des Energie-Bereichs
Der Bereich Energie ist in vier Unter-Tabs gegliedert, damit ihr schnell zum passenden Thema kommt:
- Übersicht — die wichtigsten Kennzahlen des letzten Monats, der Energiekosten-Verlauf, der Autarkiegrad, die Jahresübersicht (Summen je Kalenderjahr, inkl. dem über das ganze Jahr gerechneten eff. Arbeitspreis ohne Grundgebühr) und – ganz am Ende – der Börsenpreis-Vergleich.
- Erfassen — das Monatsformular, dazu die Liste aller erfassten Monate zum Bearbeiten oder Löschen.
- Solar — Amortisation der PV-Anlage und eure Solar-Investitionen.
- Abrechnung — Abschlag & Jahresabrechnung je Energieträger. Den Tarif jedes Trägers bearbeitet ihr direkt in seiner Abrechnungs-Box über das Stift-Symbol (inkl. Tarifwechsel, auch für die Zukunft terminierbar); neue Zähler legt ihr über das + in der Kopfzeile an.
Der Energiekosten-Verlauf zeigt ein 12-Monats-Fenster – standardmäßig inkl. drei Monate Prognose voraus. Über die Pfeile blättert ihr (wie beim Börsenvergleich) in ältere Monate zurück. Noch nicht erfasste Monate (die kommenden Monate, der laufende Monat, Lücken) erscheinen als Prognose: blass und gestrichelt, mit den Energiekosten aus dem gleichen Monat des Vorjahres (sonst geschätzt aus dem Durchschnitt) – plus den bereits erfassten KFZ-Kosten des Monats. Die Prognose berücksichtigt auch die PV-Einsparung (projiziert aus dem Vorjahresmonat) und lässt sich über den Umschalter „mit / ohne Prognose" komplett ausblenden.
Habt ihr eine PV-Anlage, blendet der Umschalter Bezugskosten / ohne PV über dem Diagramm zusätzlich die rechnerischen Kosten ohne Photovoltaik ein: pro erfasstem Monat als grünes Segment oben auf der Säule. Die volle Säulenhöhe entspricht dann den Kosten ohne PV, der grüne obere Teil ist die von der PV getragene Einsparung. Standardmäßig ist die Ansicht aus (nur die echten Bezugskosten); die Summe der Ersparnis im Fenster steht ohnehin dauerhaft als grüne Zeile unter dem Diagramm. Genau dieselbe Grafik – inklusive Umschalter und grünem PV-Segment – findet ihr gespiegelt auch im Bereich Statistik.
Energieträger: Strom, Gas und Öl
Neben Strom könnt ihr im Monatsformular optional auch Gas und Öl (Heizöl) erfassen. Die beiden Abschnitte sind zugeklappt und blenden sich nur ein, wenn ihr sie ausfüllt – trackt ihr nur Strom, bleibt alles Weitere unsichtbar (keine leeren Gas-/Öl-Spalten in den Übersichten).
Für Gas und Öl könnt ihr jeweils entweder die Details erfassen oder einen Gesamtbetrag:
- Gas: Verbrauch (kWh), Arbeitspreis (€/kWh), Grundgebühr (€/Monat) und monatlicher Abschlag (€). Liegen Verbrauch und Arbeitspreis vor, berechnet Evensum die Gaskosten daraus (Verbrauch × Arbeitspreis + Grundgebühr). Alternativ tragt ihr einfach die Gaskosten als Gesamtbetrag ein.
- Öl: Menge (Liter), Preis (€/Liter), optional Grundgebühr und Abschlag – oder wieder ein Gesamtbetrag „Ölkosten".
Sobald ihr für einen Träger einen Abschlag hinterlegt, führt Evensum für dessen Zähler automatisch einen eigenen Fixkosten-Posten (siehe unten) und er bekommt in der Abrechnung eine eigene Jahresabrechnung – mit Aufschlüsselung aus gezahlten Abschlägen, hochgerechneten Restmonaten und tatsächlichen Kosten. Getrackte Gas- und Öl-Kosten erscheinen außerdem als eigene Serie im Kostenverlauf und als eigene Spalte in der Jahresübersicht.
Mehrere Zähler
Jede Ablesung gehört zu einem Zähler, und jeder Zähler gehört zu genau einem Energieträger (Strom, Gas oder Öl). Für jeden Träger, den ihr nutzt, gibt es einen Standardzähler (z. B. „Strom", „Gas") – im Normalfall müsst ihr euch darum nicht kümmern.
Ihr könnt aber weitere Zähler anlegen, wenn ihr einen Träger getrennt abrechnen wollt – etwa einen zweiten Stromzähler „Wärmepumpe" mit eigenem Wärmepumpentarif. Jeder Zähler hat:
- eigene Ablesungen (eine Zeile je Monat und Zähler) und
- einen eigenen Tarif (Arbeitspreis, Grundgebühr, Abschlag).
Neue Zähler legt ihr im Tab Abrechnung über das + in der Kopfzeile von „Abschlag & Jahresabrechnung" an (Träger + Name). Umbenennen und löschen könnt ihr einen Zähler über das Stift-Symbol seiner Abrechnungs-Box (beim Löschen werden alle Ablesungen dieses Zählers mit entfernt). In den Übersichten, im Kostenverlauf und in der Statistik werden alle Zähler eines Trägers je Monat zusammengezählt – die Summen bleiben also korrekt, egal wie viele Zähler ihr führt.
Monatliche Erfassung
Im Tab Erfassen legt ihr eure Monatswerte an. Über das kleine + oben rechts wählt ihr den Zähler (gruppiert nach Energieträger) und öffnet dessen kurzes Formular; ohne Auswahl bleibt darunter nur die nach Zählern gruppierte Liste der erfassten Monate sichtbar. Beim Bearbeiten eines Monats (Antippen in der Liste) öffnet sich das passende Formular vorbelegt; über die Zähler-Reiter im offenen Formular wechselt ihr bei Bedarf zwischen euren Zählern. Jeder Zähler wird unabhängig gespeichert: Wenn ihr Gas erfasst, bleiben eure Strom- und Öl-Werte desselben Monats unangetastet, und umgekehrt.
Für Strom tragt ihr ein:
- Netzbezug in kWh (der Strom, den ihr aus dem öffentlichen Netz bezogen habt)
- Gesamtverbrauch in kWh (alles, was im Haushalt tatsächlich verbraucht wurde) – nur mit Solaranlage sichtbar: Ohne PV entspricht er dem Netzbezug und wird automatisch übernommen
- PV-Ertrag in kWh (was eure Photovoltaikanlage produziert hat, sofern vorhanden)
- Einspeisung in kWh (der Anteil des PV-Ertrags, der ins Netz zurückgespeist wurde)
- Strompreis in €/kWh
- Grundgebühr für den Stromanschluss
- Einspeisevergütung pro kWh
Für Gas genügen Gasverbrauch (kWh), Arbeitspreis, Grundgebühr und Abschlag – oder alternativ der Gesamtbetrag des Monats. Für Öl / Heizöl analog Menge (Liter), Preis pro Liter, Grundgebühr und Abschlag oder der Gesamtbetrag.
Zählerstände statt Verbräuche
Kein smarter Energiemesser? Dann stellt im Monatsformular die Erfassungsart auf „Zählerstand" um (die Wahl merkt sich Evensum pro Zähler). Ihr tragt dann einfach den aktuellen Stand vom Zähler ein – den Verbrauch berechnet Evensum automatisch als Differenz zum letzten erfassten Stand:
- Strom: Stand des Bezugszählers (kWh); mit Solaranlage zusätzlich die Stände von PV-Erzeugungs- und Einspeisezähler. Den Gesamtverbrauch leitet Evensum daraus ab (Bezug + PV-Erzeugung − Einspeisung).
- Gas: Stand des Gaszählers in m³ plus der Umrechnungsfaktor kWh/m³ (Brennwert × Zustandszahl – netzbetreiberspezifisch, steht auf eurer Gasrechnung, meist ~10–11). Der Faktor wird am Zähler gespeichert und für die Kostenberechnung verwendet.
- Öl hat keinen Zähler – hier bleibt es bei der direkten Mengeneingabe.
Der erste erfasste Stand dient als Startwert (für diesen Monat wird noch kein Verbrauch berechnet). Unter jedem Feld zeigt Evensum den letzten bekannten Stand an. Nachträge und Korrekturen sind kein Problem: Ändert ihr einen Stand, rechnet Evensum auch den folgenden Monat automatisch neu. Wird ein Zähler getauscht (neuer Stand kleiner als der alte), wird der Monat mit 0 statt negativ gewertet – tragt in dem Fall den Verbrauch des Wechselmonats einmalig direkt ein.
Habt ihr keine Solaranlage, lasst ihr im Strom-Formular den Schalter „Ich habe eine Solaranlage" einfach aus – dann blendet Evensum alle PV-Felder (PV-Ertrag, Einspeisung, Einspeisevergütung) sowie den Autarkiegrad aus und behandelt den Haushalt als reinen Netzbezieher. Der Schalter merkt sich eure Wahl für die nächsten Monate.
Preis, Grundgebühr und Abschlag werden bei jedem Träger automatisch aus dem anwendbaren Tarif vorbelegt und bleiben pro Monat änderbar: Gibt es für den erfassten Monat einen terminierten Tarifwechsel (siehe unten), erben die Felder dessen Konditionen; sonst kommen sie aus dem zuletzt erfassten Monat. Diese Konditionen könnt ihr auch im Tab Abrechnung über „Strom-/Gas-/Öl-Tarif ändern" ab einem bestimmten Monat hinterlegen – der Wechsel aktualisiert alle bereits erfassten Monate ab diesem Zeitpunkt, künftige Monate erben die Werte automatisch.
Tatsächliche Stromkosten genau erfassen
Die Monatswerte sind nur so genau wie eure Ablesung. Es gibt zwei Wege:
- Vom Zähler ablesen: einmal im Monat den Zählerstand eintragen (Erfassungsart „Zählerstand", siehe oben) – die Differenz rechnet Evensum automatisch. Kostenlos, ohne Zusatzgerät.
- Automatisch messen mit einem kleinen Messgerät – dann habt ihr jederzeit exakte Zahlen (Netzbezug, Einspeisung, sogar in Echtzeit) und tragt sie nur noch ab:
Werbehinweis: Die folgenden Produktlinks sind Affiliate-Links (Amazon). Kauft ihr darüber, unterstützt ihr Evensum ohne Mehrkosten für euch.
- Shelly Pro 3EM (ca. 60 €) – wird im Zählerschrank auf die Hutschiene gesetzt und misst alle drei Phasen direkt an der Zuleitung (inkl. PV-Einspeisung), in Echtzeit über WLAN/LAN. Der genaueste Weg – der Einbau gehört aber in Fachhände (Elektriker:in), da an der Hauptzuleitung gearbeitet wird.
- Optischer Lesekopf (bitShake SmartMeterReader) (ca. 40 €) – wird per Magnet auf die optische Schnittstelle eures digitalen Zählers gesetzt und liest dessen kWh-Zählwerk berührungslos aus. Kein Elektriker nötig, in 5 Minuten montiert – ideal, wenn ihr einfach nur den offiziellen Zählerstand automatisch abgreifen wollt.
Beide liefern die Verbrauchswerte, die ihr hier im Monatsformular einträgt. Für einen dynamischen Tarif tragt ihr zusätzlich den tatsächlichen Rechnungsbetrag ein (siehe unten) – daraus errechnet Evensum euren echten Arbeitspreis.
Was automatisch berechnet wird
Aus diesen Rohdaten leitet Evensum jeden Monat mehrere Kennzahlen ab:
- PV-Eigenverbrauch = Ertrag − Einspeisung
- Stromkosten = Netzbezug × Strompreis + Grundgebühr − Einspeisevergütung
- Kosten ohne PV = Gesamtverbrauch × Strompreis + Grundgebühr (was ihr zahlen würdet, hättet ihr keine Anlage)
- PV-Einsparung = Kosten ohne PV − tatsächliche Stromkosten
- Autarkiegrad = (Gesamtverbrauch − Netzbezug) ÷ Gesamtverbrauch — also der Anteil eures Verbrauchs, der nicht aus dem Netz kam. Bewusst netzbasiert gerechnet: Mit Batteriespeicher kann der reine PV-Eigenverbrauch den Verbrauch rechnerisch übersteigen (Ladeverluste, Zeitversatz).
- Effektiver Preis pro kWh = tatsächliche Stromkosten ÷ Gesamtverbrauch
Rechenbeispiel für einen Monat:
| Größe | Wert |
|---|---|
| Netzbezug | 126 kWh |
| Gesamtverbrauch | 184 kWh |
| PV-Eigenverbrauch | 63 kWh |
| Strompreis | 0,31 €/kWh |
| Grundgebühr | 15,77 € |
Stromkosten = 126 kWh × 0,31 €/kWh + 15,77 € ≈ 54,84 €
Kosten ohne PV = 184 kWh × 0,31 €/kWh + 15,77 € ≈ 72,81 €
PV-Einsparung = 72,81 € − 54,84 € ≈ 17,97 €
Autarkiegrad = (184 − 126) kWh ÷ 184 kWh ≈ 32 %
In diesem Monat hat die Solaranlage also rund 17,97 € eingespart und knapp ein Drittel des Verbrauchs kam nicht aus dem Netz.
Solar-Amortisation
Wer eine Photovoltaikanlage angeschafft hat, will irgendwann wissen: Wann hat sie sich bezahlt gemacht? Dafür erfasst ihr im Bereich Solar-Anschaffungen alle Investitionen einzeln, zum Beispiel:
| Anschaffung | Betrag |
|---|---|
| Balkonkraftwerk | 1.199 € |
| Batteriespeicher | 1.299 € |
| Halterungen & Montage | 180 € |
| Summe | 2.678 € |
Evensum summiert diese Anschaffungskosten und zieht davon die kumulierte PV-Einsparung aus allen bisher erfassten Monaten ab. So seht ihr auf einen Blick, wie viel von der Investition bereits "zurückverdient" wurde.
Zusätzlich berechnet die App eine Prognose: Anhand der durchschnittlichen PV-Einsparung der letzten 12 Monate schätzt Evensum, in wie vielen weiteren Monaten die Anlage vollständig amortisiert sein wird. Spart ihr im Schnitt beispielsweise 45 € pro Monat und stehen noch 900 € offen, ergibt das eine Restlaufzeit von rund 20 Monaten bis zum Break-even.
Das Diagramm Kumulierte Einsparung zeigt ein 12-Monats-Fenster; über die Pfeile blättert ihr rückwirkend durch ältere Zeiträume. Die Werte bleiben dabei kumulativ ab Beginn – nur der sichtbare Zeitachsen-Ausschnitt verschiebt sich, die Kurve springt also nicht auf null zurück.
Abschlag und Jahresabrechnung
Zusätzlich zu den Zählerständen könnt ihr für jeden Monat euren monatlichen Abschlag erfassen – also den festen Betrag, den ihr an den Versorger überweist. Evensum legt dann je Zähler mit Abschlag automatisch einen eigenen Fixkosten-Posten an (z. B. „Strom – Abschlag"). Bezeichnung, Betrag und Intervall dieses Postens verwaltet das Energiemodul – der Betrag folgt immer dem aktuell geltenden Abschlag des Zählers. Im Bereich Feste Kosten legt ihr dafür wie bei jedem anderen Posten Aufteilung, Konto und Kategorie fest; damit fließt der Abschlag auch in die Ausgleichszahlung und in die monatlichen Einzahlungen pro Konto ein. Löschen könnt ihr den Posten nicht direkt – er verschwindet automatisch, sobald ihr den Zähler löscht oder keinen Abschlag mehr führt. Wichtig: Führt ihr Strom zusätzlich als manuellen Fixposten, würde er doppelt zählen – die App warnt euch in diesem Fall.
Aus Abschlägen und tatsächlichen Stromkosten berechnet Evensum die Karte "Abschlag & Jahresabrechnung":
- Saldo Stand heute = Summe der gezahlten Abschläge − tatsächliche Kosten der erfassten Monate. Ein positiver Saldo bedeutet, dass ihr bisher mehr eingezahlt habt, als ihr verbraucht habt.
- Hochrechnung zum Jahresende: Fehlende Monate werden geschätzt – bevorzugt mit dem gleichen Monat des Vorjahres (das bildet die Saisonalität von Heizperiode und Sommer ab), sonst mit dem Durchschnitt der bisher erfassten Monate. Daraus ergibt sich eine voraussichtliche Erstattung oder Nachzahlung bei der nächsten Jahresabrechnung.
- Terminierte Abschläge fließen bereits ein: Habt ihr einen künftigen Abschlag hinterlegt (z. B. „ab August 60 €"), rechnet Evensum die Restmonate je Monat mit dem dann geltenden Abschlag hoch (Juli noch mit dem alten, August–Dezember mit dem neuen) – so stimmt die voraussichtliche Erstattung/Nachzahlung.
So seht ihr schon im Sommer, ob euer Abschlag passt – und könnt ihn beim Versorger anpassen lassen, bevor eine große Nachzahlung aufläuft.
Dynamische Tarife und Börsenpreis-Vergleich
Habt ihr einen dynamischen Stromtarif (stündliche Börsenpreise, z. B. Tibber oder aWATTar), wählt beim Erfassen des Monats die Tarifart "Dynamisch". Statt eines festen Strompreises tragt ihr dann den tatsächlichen Rechnungsbetrag des Monats ein – er kann zunächst leer bleiben und nachgetragen werden, sobald die Rechnung da ist. Den durchschnittlichen Arbeitspreis berechnet Evensum daraus automatisch.
Für Monate mit festem Tarif zeigt die Karte "Börsenpreis-Vergleich" (ganz am Ende des Tabs Übersicht), was ein dynamischer Tarif ungefähr gekostet hätte: Evensum holt dafür die durchschnittlichen Day-Ahead-Börsenpreise (aWATTar, DE/LU) der jeweiligen Monate und rechnet sie auf euren Netzbezug hoch – Börsenpreis × 1,19 MwSt. plus pauschal 17 ct/kWh für Netzentgelte, Abgaben und Anbieteraufschlag, plus eure Grundgebühr. Das ist bewusst eine grobe Schätzung: Reale dynamische Tarife weichen je nach Netzgebiet, Lastprofil und Anbieter davon ab. Die Karte ist eine Orientierungshilfe ohne Gewähr und keine Abrechnungsgrundlage.
Lastprofil im Börsenpreis-Vergleich
Ein dynamischer Tarif kostet je Zeitfenster unterschiedlich viel – an der Strombörse mittlerweile meist viertelstündlich (früher stündlich). Ob er sich lohnt, hängt also stark davon ab, wann ihr Strom verbraucht. Standardmäßig gewichtet Evensum alle Stunden gleich („Gleichmäßig") und bildet so den schlichten Monatsdurchschnitt der Börsenpreise. Über den Selektor könnt ihr stattdessen ein Lastprofil wählen, das euren Verbrauch über den Tag verteilt und die stündlichen Börsenpreise entsprechend gewichtet. So seht ihr, wie stark der Zeitpunkt des Verbrauchs den Effektivpreis eines dynamischen Tarifs verschiebt.
Die verfügbaren Profile:
- Gleichmäßig (Ø) — alle Stunden gleich gewichtet, entspricht dem schlichten Monatsdurchschnitt. Guter neutraler Ausgangswert.
- Haushalt (Standard) — typischer Haushalt: niedrig nachts, ein Morgen-Buckel und ein ausgeprägter Abend-Peak (Kochen, Licht, Fernseher). Vereinfachte Näherung des Standardlastprofils BDEW H0.
- Wärmepumpe (Nachtstrom) — für eine Wärmepumpe, die überwiegend nachts läuft: Nachts wird günstiger Strom bezogen und die Wärme im Pufferspeicher/Estrich „geparkt", tagsüber läuft sie weniger. „Nachtstrom" meint also gezieltes Heizen in den preisgünstigen Nachtstunden – sinnvoll bei zeitvariablen Tarifen.
- PV-Eigenverbrauch (tags) — ihr verlegt Verbrauch bewusst in die Mittags-/Tagstunden, wenn die eigene PV-Anlage Strom liefert (Waschen, Warmwasser, Spülmaschine bei Sonne).
- E-Auto (Nachtladen) — die Wallbox lädt überwiegend über Nacht (planbar, oft mit günstigem Nachttarif oder Zeitsteuerung), tagsüber ist das Auto unterwegs.
- E-Auto (Abendladen) — ungesteuertes Laden direkt nach der Heimkehr am frühen Abend (Stecker rein = laden), Peak 18–21 Uhr.
- E-Auto + PV-Eigenverbrauch — das Auto wird gezielt mittags aus der eigenen PV geladen; stark mittagsbetont.
Wichtig zur Einordnung: Die Börsenpreise selbst sind echte, stündliche Day-Ahead-Preise der jeweiligen Monate – sie enthalten Wochentags- und Saisoneffekte also bereits von sich aus (Wochenenden sind real günstiger, Winter teurer). Vereinfacht ist nur die Gewichtung durch das Lastprofil: Sie hängt allein von der Stunde des Tages ab und unterscheidet nicht, ob es ein Werktag oder Wochenende, Sommer oder Winter ist – und euer tatsächlicher Verbrauch weicht ohnehin vom Profil ab. Die Profile sind eine Orientierungshilfe, keine exakte Abrechnung.
Wichtig zum Verständnis der Tabelle: Der Börsenpreis wird an der Strombörse netto (ohne Steuern und Netzentgelte) gehandelt. Damit er mit eurem Preis vergleichbar ist, wird er auf einen Brutto-Arbeitspreis hochgerechnet (MwSt. + pauschaler Aufschlag). Die Pro-kWh-Spalten zeigen bewusst reine Arbeitspreise ohne die monatliche Grundgebühr – nur so sind sie direkt vergleichbar. Die Grundgebühr fließt weiterhin in die Spalten "Deine Kosten" und "Geschätzt dynamisch" ein, damit der Gesamtkosten-Vergleich stimmt.
Den Tarif jedes Energieträgers bearbeitet ihr im Tab Abrechnung direkt in seiner Abrechnungs-Box („Abschlag & Jahresabrechnung"): Über das Stift-Symbol oben rechts in der Box öffnet ihr das Formular "Tarif ändern" – mit den aktuellen Konditionen (Arbeitspreis, Grundgebühr, Abschlag) als Vorbelegung. Führt ein Träger mehrere Zähler, listet das Stift-Panel sie je einzeln. Über das + in der Kopfzeile hinterlegt ihr einen Zähler und damit erstmals den Tarif eines noch nicht getrackten Trägers (Gas oder Öl). Dabei gebt ihr an, ab welchem Monat die neuen Konditionen gelten (Tarifart, Strompreis, Grundgebühr, Einspeisevergütung, neuer Abschlag), und Evensum aktualisiert alle bereits erfassten Monate ab diesem Zeitpunkt.
Verträge & Laufzeiten
Ein Tarif ist in Evensum ein Vertrag mit Laufzeit: Ihr legt einen Start („gilt ab") und optional ein Ende („gilt bis") fest. Setzt im Stift-Panel den Haken „Vertrag befristen", um Monat und Jahr des Vertragsendes zu wählen – ohne Haken bleibt der Vertrag offen (ab Start unbegrenzt, wie bisher).
Beim Speichern überschreibt Evensum alle bereits erfassten Monate innerhalb der Laufzeit (Start bis Ende, einschließlich) mit den Vertrags-Konditionen – Arbeitspreis, Grundgebühr, Abschlag (bei Strom zusätzlich Tarifart und Einspeisevergütung). So lässt sich die Historie exakt korrigieren, etwa wenn ihr einen alten Vertrag rückwirkend nachtragt. Dabei werden nur die Tarif-Werte angepasst; eure Verbrauchs- und Ablesewerte bleiben unangetastet, und es ist immer nur der eine Zähler betroffen.
Im Stift-Panel der Abrechnungs-Box seht ihr die Liste aller Verträge des Zählers mit ihrer Laufzeit („MM/JJJJ – MM/JJJJ" bzw. „ab MM/JJJJ (offen)") und den Kern-Konditionen. Über das Stift-Symbol öffnet ihr einen Vertrag vorbelegt zum Bearbeiten, über den Papierkorb entfernt ihr ihn – das Entfernen ändert bereits erfasste Monate nicht, sondern nur die künftige Vorbelegung.
Tarifwechsel terminieren (auch für die Zukunft)
Ihr könnt den „gilt ab"-Monat auch in die Zukunft legen (bis zu 24 Monate voraus) – praktisch, wenn euer Versorger euch eine Preis- oder Abschlagsänderung bereits angekündigt hat. Der Wechsel wird dann als terminierter Tarif gespeichert und wirkt, obwohl für den Zukunftsmonat noch keine Ablesung existiert:
- Sobald ihr diesen (oder einen späteren) Monat erfasst, sind die neuen Konditionen bereits vorbelegt – ihr müsst nichts erneut eintippen.
- Der aktuell geltende Abschlag in euren Fixkosten ändert sich erst, wenn der terminierte Monat erreicht ist. Ein rein zukünftiger Wechsel lässt die heutigen Fixkosten also unberührt.
- Der geplante Vertrag taucht in der Vertragsliste im Stift-Panel der Abrechnungs-Box auf (mit Laufzeit und Konditionen). Dort könnt ihr ihn jederzeit bearbeiten oder über den Papierkorb wieder entfernen, ohne bereits erfasste Monate anzutasten.
KFZ-Integration
Fahrt ihr ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybrid, verbindet Evensum das KFZ-Modul mit den Energiekosten: Tankkosten und unterwegs geladener Strom fließen automatisch in euren Energiekosten-Verlauf ein, sodass ihr eure gesamten Mobilitäts- und Energieausgaben an einem Ort seht.
Wichtig dabei: kWh, die zuhause geladen wurden, stecken bereits im Gesamtverbrauch eures Hausstroms und würden bei einer zusätzlichen Verrechnung doppelt gezählt. Evensum weist sie deshalb standardmäßig nur informativ aus – etwa "davon 40 kWh fürs E-Auto zuhause geladen" – ohne sie den Stromkosten ein zweites Mal zuzuschlagen.
Ausnahme – eigener Zähler: Läuft eure Wallbox über einen separaten Zähler oder Stromvertrag (der Ladestrom ist also nicht in eurem Hausstrom enthalten), aktiviert beim Erfassen des Ladevorgangs die Option "Im Energie-Dashboard als eigene Kosten zählen". Solche Ladevorgänge erscheinen dann als eigene Kostenlinie "Laden zuhause" im Energiekosten-Verlauf, statt nur informativ ausgewiesen zu werden.
Diagramme
Im Bereich Statistiken stehen euch dazu passende Auswertungen zur Verfügung:
- Kostenverlauf (gestapelt): Strom, Gas, Kraftstoff und unterwegs geladener Strom übereinandergestapelt pro Monat, damit ihr die Zusammensetzung eurer Energie- und Mobilitätskosten erkennt
- Autarkie-Verlauf: wie sich euer Autarkiegrad über die Monate entwickelt, etwa saisonal bedingt durch mehr Sonnenstunden im Sommer
- Amortisationsfortschritt: ein Fortschrittsbalken oder Verlaufsdiagramm, das zeigt, wie nah ihr am Break-even eurer Solar-Investition seid
Praxistipp
Tragt Zählerstände und Rechnungsdaten möglichst zeitnah ein, idealerweise direkt nach Erhalt der Jahresabrechnung oder beim monatlichen Blick auf den Wechselrichter. Je regelmäßiger die Daten, desto genauer werden Autarkiegrad und Amortisationsprognose.