Konten
Kontotypen, Gemeinschafts- und Einzelkonten, das 3-Konten-Modell, Soll-Kontostand der Rücklagenkonten und Daueraufträge im Blick behalten.
Wozu Konten in Evensum?
Konten bilden eure realen Bankkonten digital ab, damit Evensum weiß, wo Geld liegt und wohin es fließen sollte. Ein Konto in der App entspricht dabei nicht zwingend einer Buchung in Echtzeit – Evensum ist kein Banking-Tool mit Kontozugriff, sondern eine Planungs- und Übersichtsapp. Ihr pflegt eure Konten manuell und plant darauf basierend.
Kontotypen
Evensum unterstützt mehrere Kontotypen, die ihr je nach Haushalt frei kombinieren könnt:
- Girokonto: Das klassische Konto für laufende Buchungen, meist eines pro Person.
- Gemeinschaftskonto: Ein gemeinsames Konto, über das Fixkosten wie Miete oder Versicherungen laufen.
- Tagesgeldkonto: Für flexibel verfügbares Erspartes, oft mit Zinsen.
- Rücklagenkonto: Speziell für die heruntergerechneten Jahres- und Quartalskosten (siehe unten).
- Bargeld: Für Barkasse oder Portemonnaie, falls ihr auch Bargeldausgaben tracken wollt.
Jedes Konto ist entweder ein Gemeinschaftskonto oder gehört genau einer Person. Diese eindeutige Zuordnung ist wichtig, denn Evensum leitet daraus ab, wer über ein Konto laufende Posten bezahlt – und auf welches Rücklagenkonto eure Rücklagen fließen sollen (siehe unten).
Gemeinschaftskonten vs. Einzelkonten
- Einzelkonten gehören einer Person. Sie sind sinnvoll für individuelles Einkommen, private Ausgaben oder persönliche Rücklagen.
- Gemeinschaftskonten gehören dem Haushalt als Ganzes. Über sie laufen typischerweise die gemeinsamen Fixkosten – Miete, Nebenkosten, Versicherungen – sowie die automatischen Ausgleichszahlungen zwischen den Mitgliedern.
Diese Trennung macht sichtbar, welches Geld "meins", "deins" und "unseres" ist, ohne dass ihr eure Bank wechseln oder neue Konten eröffnen müsst – Evensum bildet lediglich ab, was bei euch bereits existiert oder geplant ist.
Das 3-Konten-Modell
Ein bewährtes Modell für Paare kombiniert drei Kontoarten:
- Gehaltskonto – hierher fließt das Einkommen, von hier aus laufen die laufenden Ausgaben.
- Rücklagenkonto – hierher überweist ihr monatlich den anteiligen Betrag für jährliche und quartalsweise Kosten (z. B. KFZ-Versicherung, Rundfunkbeitrag), damit am Fälligkeitstag genug Geld bereitsteht.
- Sparkonto/Tagesgeld – für langfristiges Sparen, das nichts mit laufenden Fixkosten zu tun hat.
Evensum berechnet für euch automatisch, wie viel auf das Rücklagenkonto fließen sollte, basierend auf allen hinterlegten jährlichen, quartalsweisen und halbjährlichen Posten. Eine ausführliche Erklärung mit Beispielrechnung findet ihr im Blogartikel Das 3-Konten-Modell.
Konten in Evensum anlegen
- Öffne den Bereich Konten in deinem Haushalt.
- Wähle Konto hinzufügen.
- Vergib einen Namen (z. B. "Rücklagenkonto Gemeinsam"), wähle den Kontotyp und lege fest, ob es einer Person oder dem ganzen Haushalt gehört.
Optional könnt ihr zu jedem Konto IBAN, BIC und Bank hinterlegen. Die IBAN erscheint dann direkt in der Übersicht bei den monatlichen Einzahlungen pro Konto – praktisch, wenn ihr die Überweisung oder den Dauerauftrag einrichtet. Die Angaben sind rein informativ; Evensum greift niemals auf eure Konten zu.
Ihr könnt beliebig viele Konten anlegen – die meisten Haushalte kommen mit drei bis fünf Konten gut aus.
Rücklagen auf Konten verteilen
Ein Rücklagenkonto kann persönlich sein (gehört einer Person, z. B. „Rücklagen Rico") oder gemeinsam (als Gemeinschaftskonto markiert, z. B. „Rücklagen Haushalt"). Sobald ihr mindestens ein Rücklagenkonto angelegt habt, verteilt Evensum die Rücklagen-Empfehlung automatisch auf eure konkreten Konten. Die Regel ist bewusst einfach:
- Trägt eine Person 100 % eines nicht-monatlichen Postens (z. B. Aufteilung „Nur Zahler" oder eigene Prozente mit 100 % bei einer Person) und besitzt diese Person ein eigenes Rücklagenkonto, fließt der monatliche Anteil dieses Postens auf ihr persönliches Rücklagenkonto.
- Alle anderen Posten – also alles, was geteilt wird – fließen auf das gemeinsame Rücklagenkonto. Gibt es mehrere gemeinsame Rücklagenkonten, verwendet Evensum das zuerst angelegte.
Beispiel: Eure KFZ-Versicherung (480 € jährlich, Aufteilung „Nur Zahler": Rico) und eure gemeinsame Hausratversicherung (96 € jährlich, 50/50) sind erfasst. Rico hat ein persönliches Rücklagenkonto, dazu existiert ein gemeinsames. Dann empfiehlt Evensum: 40 € monatlich auf Ricos Rücklagenkonto (nur von Rico) und 8 € monatlich auf das gemeinsame Rücklagenkonto (je 4 € pro Person). Die Summe entspricht immer exakt der Gesamt-Empfehlung – jeder Posten wird genau einem Konto zugeordnet.
Ohne gemeinsames Rücklagenkonto bleiben die geteilten Posten unzugeordnet: Die Übersicht zeigt sie dann als Sammelblock „Ohne Rücklagenkonto" – wie die bisherige Sammel-Empfehlung. Legt einfach ein Gemeinschaftskonto vom Typ „Rücklagenkonto" an, damit auch diese Posten ein Ziel bekommen. Auch eine empfohlene Anfangsbefüllung wird je Konto separat ausgewiesen – mit dem Anteil jeder Person und der Summe pro Person –, damit jedes Konto von Anfang an gedeckt ist und jeder weiß, was er wohin überweist.
Die Beträge tauchen zusätzlich in der Karte „Monatliche Einzahlungen pro Konto" auf (mit dem Label „Rücklage"), sodass ihr eure Daueraufträge direkt danach einrichten könnt. Ein Posten, der auf ein Rücklagenkonto geroutet ist, zählt dort nur einmal – auch wenn er von einem anderen Konto abgebucht wird (z. B. die Jahresversicherung vom Girokonto). Für das Girokonto ist dafür keine zusätzliche monatliche Einzahlung nötig; am Fälligkeitstag bucht ihr den Betrag vom Rücklagenkonto um (siehe Fälligkeiten aus der Rücklage bezahlen).
Soll-Kontostand prüfen
Die Monatsrate allein sagt noch nicht, ob euer Rücklagenkonto gerade genug Geld hat. Deshalb zeigt Evensum in der Statistik unter „Soll-Kontostand je Rücklagenkonto" für jedes Rücklagenkonto, wie viel am Ende jedes Monats mindestens drauf sein muss, damit jede Fälligkeit gedeckt ist – bei gleichbleibender Monatsrate:
- Soll Ende Vormonat – der Stand, den das Konto jetzt (vor der Rate dieses Monats) mindestens haben sollte. Das ist zugleich die empfohlene Anfangsbefüllung.
- Soll Ende dieses Monats – nach Eingang der Rate und nach den Umbuchungen für die Fälligkeiten dieses Monats.
- Soll-Stand je Monat – aufklappbare Liste der nächsten 12 Monate mit allen Fälligkeiten. Der engste Monat liegt genau bei 0 €: dort wird die Rücklage voll gebraucht.
Ist-Stand abgleichen: Tragt euren aktuellen Kontostand ein und gebt an, ob die Rate dieses Monats schon eingegangen ist und ob die fälligen Beträge schon umgebucht sind. Evensum vergleicht dann mit dem passenden Soll und zeigt eine Lücke (mit dem Monat, in dem es ohne Ausgleich knapp wird) oder ein Polster.
Beispiel: Das gemeinsame Rücklagenkonto braucht Ende September 300 €, drauf sind 110 €. Evensum meldet eine Lücke von 190 € – und dass ohne Ausgleich im Januar rund 180 € fehlen, wenn die Kfz-Versicherung fällig wird. Typische Ursache: Die Anfangsbefüllung wurde überwiesen, die Monatsrate des laufenden Monats aber noch nicht. Eine einmalige Zusatzzahlung in Höhe der Lücke bringt das Konto wieder auf Kurs.
Spartöpfe: Läuft ein monatlicher Posten direkt auf ein Rücklagenkonto – etwa eine Reparatur-Rücklage fürs Auto –, weist Evensum ihn als Spartopf aus. Er zählt nicht zum Soll, weil er sich zusätzlich ansammelt; ein Betrag über Soll heißt dann „Spartopf & Polster" statt einfach Polster.
Anfangsbefüllung und Monatswechsel: Die empfohlene Anfangsbefüllung ist der Soll-Stand am Ende des Vormonats – die Rate des laufenden Monats kommt also noch dazu, wenn sie noch nicht eingegangen ist. Habt ihr die Anfangsbefüllung als erledigt markiert, bleibt das so, bis neue oder teurere Posten einen höheren Betrag nötig machen; der bloße Monatswechsel setzt die Bestätigung nicht zurück.
Fälligkeiten aus der Rücklage bezahlen
Ist ein Jahres- oder Quartalsposten fällig, kommt das Geld aus dem Rücklagenkonto, auf das seine Monatsrate geflossen ist. Evensum sagt euch dazu an zwei Stellen, was zu tun ist:
- Übersicht → „Diesen Monat fällig": Bei jeder Zahlung steht, woher das Geld kommt – bei Posten mit Rücklage z. B. „aus Rücklagen Haushalt auf Gemeinschaftskonto umbuchen", „direkt von …", wenn der Posten vom Rücklagenkonto selbst abgebucht wird, sonst das Zahlungskonto. Darunter fasst Evensum die Umbuchungen des Monats je Kontopaar zusammen, damit ihr sie in einem Rutsch erledigen könnt.
- Fixkosten → Suche und Detailseite: Sucht ihr nach einem Jahres-, Halbjahres- oder Quartalsposten (z. B. „Rundfunkbeitrag"), zeigt Evensum direkt beim Treffer, wohin die Monatsrate fließt, wann der Posten das nächste Mal fällig ist, von welchem Konto auf welches dann umzubuchen ist – und wie viel für diesen Posten jetzt angespart sein sollte. Die Detailseite des Postens zeigt das ausführlich als Karte „Rücklage & Umbuchung", inklusive Anteil je Person, Fortschrittsbalken und aller Fälligkeiten der nächsten 12 Monate.
Wie viel für einen Posten angespart sein sollte: Nach jeder Fälligkeit startet die Rücklage dieses Postens bei 0 und wächst jeden Monat um seine Rate, bis zur nächsten Fälligkeit der volle Betrag bereitliegt. Beispiel: Kfz-Versicherung 876 € jährlich im Januar → 73 € pro Monat; Ende Oktober sollten 657 € (9 von 12 Raten) dafür auf dem Rücklagenkonto liegen. Die Summe über alle Posten eines Kontos ist genau dessen Soll-Kontostand.
Monatliche Einzahlungen pro Konto
Sobald ihr euren Fixkosten Konten zuordnet, rechnet Evensum auf der Übersicht aus, wer wie viel monatlich auf welches Konto einzahlen muss, damit alle Abbuchungen gedeckt sind. Dafür wird jeder Posten auf den Monat umgerechnet und gemäß seiner Aufteilung (50/50, nach Einkommen, eigene Prozente …) auf die Mitglieder verteilt.
Beispiel: Läuft die Miete von 1.500 € über das Gemeinschaftskonto und teilt ihr nach Einkommen 60/40, zeigt die Karte "Monatliche Einzahlungen pro Konto": Gemeinschaftskonto 1.500 € – Person A überweist 900 €, Person B 600 €. Beim Rücklagenkonto entspricht die Summe genau der Rücklagen-Empfehlung für Jahres- und Quartalskosten. So richtet ihr eure Daueraufträge einmal ein und wisst, dass am Zahltag alles gedeckt ist – und Evensum meldet sich, sobald sie angepasst werden müssen (siehe Daueraufträge im Blick behalten).
Gehaltskonto: keine Einzahlung an sich selbst
Jedes Mitglied kann eines seiner Einzelkonten als Gehaltskonto markieren (Checkbox beim Anlegen oder Bearbeiten). Dort geht das Gehalt ein – eigene Anteile des Inhabers auf diesem Konto brauchen deshalb keine Überweisung und tauchen in der Einzahlungs-Karte nicht auf. Laufen z. B. deine privaten Abos über dein Gehaltskonto, verschwindet das Konto komplett aus der Karte. Zahlt ein anderes Mitglied Anteile auf dein Gehaltskonto (etwa bei einem 50/50-Posten, der dort abgebucht wird), bleibt dessen Zeile stehen – dieses Geld muss ja weiterhin dorthin.
Daueraufträge im Blick behalten
Aus der Karte „Monatliche Einzahlungen pro Konto" richtet ihr eure Daueraufträge ein. Ändert sich später ein Posten, ein Gehalt oder ein Abschlag, ändert sich auch, was jede Person überweisen muss – Evensum sagt euch dann Bescheid:
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Einrichten bestätigen: Auf der Übersicht zeigt die Karte „Daueraufträge einrichten" deine monatlichen Überweisungen je Konto (mit IBAN). Trag ein, was du tatsächlich überweist – gern auch einen runden Betrag oder bewusst weniger; ein leeres Feld heißt „kein Dauerauftrag auf dieses Konto". Jede Person bestätigt ihre eigenen Daueraufträge. Evensum merkt sich dabei auch den Bedarf zu diesem Zeitpunkt.
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Anpassen, wenn nötig: Ändert sich dein Bedarf seit der Bestätigung, erscheint oben auf der Übersicht und auf der Fixkosten-Seite „Daueraufträge anpassen" mit altem und neuem Betrag. Mehrbedarf meldet Evensum immer (sonst fehlt am Fälligkeitstag Geld). Dass du weniger überweisen könntest, erst ab einer Abweichung von 5 € bzw. 2 % – so stören aufgerundete Beträge nicht.
Bewusste Abweichung: Hast du weniger als nötig bestätigt (z. B. weil ein fester Betrag seit Jahren so läuft), meldet Evensum das nicht dauerhaft als Alarm. Die Karte bleibt ruhig und nennt nur dezent, wie viel dadurch monatlich fehlt. Laut wird sie erst wieder, wenn der Bedarf steigt.
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Vorausschau: Ändert sich dein Bedarf zum nächsten Monat von selbst – etwa durch einen geplanten Tarifwechsel, eine terminierte Gehaltsänderung oder einen Posten mit Startdatum –, kündigt Evensum das schon im laufenden Monat an, damit du den Dauerauftrag rechtzeitig umstellen kannst.
Mitglieder ohne eigenen Login: Meldet sich ein Mitglied nie selbst bei Evensum an – etwa ein Mitglied ohne eigenen Login –, kann es seine Daueraufträge nicht bestätigen. Der Owner des Haushalts sieht dann zusätzlich die Karte „Daueraufträge von …" und bestätigt stellvertretend. Sobald sich das Mitglied selbst anmeldet, übernimmt es das selbst.
Monatsüberblick per Mail: Am Monatsanfang schickt Evensum dir eine kurze Mail, wenn etwas ansteht – welche Beträge du aus der Rücklage umbuchen musst und welche Daueraufträge angepasst werden müssen (als Owner auch die der Mitglieder ohne Login). Steht nichts an, kommt keine Mail. Abbestellen kannst du den Überblick jederzeit unter Mehr → Konto.
Passt alles, zeigt die Übersicht nur eine kurze Bestätigung „Deine Daueraufträge passen", über die du die Beträge jederzeit einsehen und ändern kannst.
Praxistipp
Legt das Rücklagenkonto möglichst früh an, bevor ihr eure ersten jährlichen Fixkosten erfasst. So zeigt euch Evensum von Anfang an die empfohlene monatliche Überweisung auf dieses Konto an.